Die dunkle Seite von Namibia

Straßenlaternen sind hier bei uns zwar hin und wieder vorhanden, aber oft ziemlich „funzelig“. Ich bog eines Abends um die Ecke zu der Straße, in der unser Haus liegt – und musste ganz plötzlich kräftig auf die Bremse treten. Eine schwarze Frau, völlig in schwarz gekleidet, lief vor mir auf der Straße. Viele Leute hier laufen immer mitten auf der Straße, niemals am Rand oder auf dem Bürgersteig (falls es einen gibt), und tags ist das auch meistens kein Problem, wir sind das alle gewöhnt.

An einem stockdunklen Winterabend kann es aber zum Problem werden, wenn an einer Person alles schwarz ist, von Haut und Haar bis zu den Schuhen. Da ich gerade um die Ecke gebogen war und erst wieder beschleunigen wollte, war es nicht so schlimm, ich konnte rechtzeitig bremsen. Ich frage mich aber, was passiert wäre, wenn jemand anderer die Straße entlanggekommen wäre. Viele rasen nämlich durch unsere Straße wie die Verrückten, obwohl es eine kleine Wohnstraße ist.

Interessant dabei ist, dass noch so viel Verkehr sein kann, noch so schnelle Autos durch die Gegend düsen können, die Leute bummeln immer ganz gemütlich über die Straße. Dadurch – und dadurch, weil viele wirklich furchtbar rasen – haben wir viel mehr Verkehrstote, als wir eigentlich haben müssten, bei der geringen Bevölkerung. Letztens wurde bekanntgegeben, dass wir im Vergleich zu Deutschland fünf Mal so viele Verkehrstote haben. Das ist erschreckend. Vor allem junge Männer, weiße wie schwarze oder farbige, sterben und reißen andere mit in den Tod.

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